Künftig nur noch eine Mannschaft im Männerbereich

Nach reiflichen Überlegungen haben wir entschieden, dass es für die kommende Saison nur noch eine Mannschaft im Spielbetrieb der Männer geben wird. Demnächst wird der FLB unsere Mitteilung erhalten, dass die 1. Männermannschaft der SG Burg nicht in der Landesklasse antreten wird.

Mit dem Abstieg aus der Landesliga war für uns ein nicht zu verkraftender Aderlass aus der 1. Männermannschaft verbunden. Trotz erheblicher Anstrengungen und vielen Gesprächen mit möglichen neuen Spielern war es nicht möglich, Zusagen für einen spielfähigen Kader zu bekommen.

Mit dieser Entwicklung war im Falle eines Abstiegs zu rechnen, verliert Burg damit doch für viele Spieler den sportlichen Anreiz. Der Abstieg ist aber nur einer von vielen Gründen. Bereits seit vielen Jahren verlor die 1. Männermannschaft der SG Burg in jeder Sommerpause wichtige Leistungsträger. Und Jahr für Jahr wurde es schwieriger und aufwändiger, Spieler für Burg zu überzeugen. Jetzt in der Landesklasse ist dies fast unmöglich. Entweder es besteht von vornherein kein Interesse oder es werden Forderungen an uns gestellt, die fern jeder Realität sind. Da es uns nun getroffen hat, ist die Entscheidung leider unumgänglich. Mit Blick in unsere Fußballregion ist es durchaus möglich, dass in den kommenden Jahren auch andere Vereine in eine ähnliche personelle oder finanzielle Situation kommen könnten.

Schon in einem Interview der „Lausitzer Rundschau“ nach dem Umbruch im August 2014 wurde angesprochen, dass kaum ein Burger die Spieler auf dem Platz kennt. Auf die Frage „Besteht beim Neuanfang die Chance, da gegenzusteuern?“, muss man nun antworten, ein solcher Neuanfang ist nicht geglückt. Es gibt zwar Spieler, die sich mit dem Verein verbunden fühlen und auch nach dem Abstieg bleiben möchten. Besonders ihnen möchten wir ausdrücklich danken. Es fehlte bis auf wenige Ausnahmen aber immer ein Kern an Spielern, die in Burg von klein auf das Fußballspielen gelernt haben. Wir waren daher stets auf viele „auswärtige“ Spieler angewiesen, die durchaus weite Fahrtwege auf sich genommen haben. Dass dies nicht ohne eine gewisse Aufwandsentschädigung ging, leuchtet ein. Den damit verbundenen finanziellen Aufwand können und wollen wir so aber in der Landesklasse nicht weiter tragen.

Unsere Hoffnung ruhte und ruht auch weiterhin auf unserem Nachwuchs. Kaum ein Verein in der Region und schon gar nicht ein Dorfverein, wie wir es sind, hat so viele Nachwuchsteams in nahezu allen Altersklassen. Über nun schon viele Jahre hinweg spielen die älteren Junioren auf Landesebene. Der Ertrag dieser mit viel Aufwand und ehrenamtlichem Einsatz verbundenen Arbeit ist aber bislang für unsere Männermannschaften leider fast null. Junge Talente verlassen die Region, studieren oder beginnen eine Ausbildung weit weg von ihrem Heimatort. Von den wenigen, welche hier bleiben, profitieren oft andere. Meist sind es die immer gleichen Vereine. Sie verlassen uns aus finanziellen, sportlichen oder anderen mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen. Manche, auch das muss man leider feststellen, suchen nicht einmal das Gespräch, wenn sie sich einem anderen Verein zuwenden. Letzteres scheint aber auch ein gesellschaftliches Phänomen zu sein. Werte wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Verantwortungsbereitschaft oder Kritikfähigkeit, um nur einige Beispiele zu nennen, scheinen mehr und mehr auf dem Rückzug. Die Identifikation mit dem Verein, zu dem man auch in schwierigen Zeiten hält, nimmt immer mehr ab. Wir werden als Verein unsere Lehren daraus ziehen und in Zukunft nur noch mit Spielern arbeiten, welche sich mit dem Verein und dem Vereinsleben auch identifizieren können und wollen.

Vor allem mit Blick auf die nachrückenden Nachwuchsspieler wurde in den letzten Jahren für die 1. Männermannschaft getan und gemacht. Mittelfristig sollte die 1. Männermannschaft für die Nachwuchsspieler eine sportliche Perspektive bieten und sie der Mannschaft eine neue „Burger Identität“ geben. Dass dies nicht gelungen ist, schmerzt nicht nur und macht traurig. Es wirft bei uns auch die Frage auf, ob sich der ganze Aufwand überhaupt noch lohnt, wenn sich Woche für Woche gerade einmal 30 oder 40 Zuschauer, manchmal noch weniger für die Spiele der 1. Männermannschaft interessiert haben und auch für die Zukunft kaum zu erwarten war, dass sich hieran etwas ändern lässt.

Wir haben uns nach Gesprächen mit dem Vorstand, den Trainern und Spielern beider Mannschaften ganz bewusst dafür entschieden, nicht einen Teil der 2. Männermannschaft in die Landesklasse-Mannschaft zu ziehen. Dies hätte nicht nur bedeutet, dass auch bei unserer 2. Männermannschaft der Kader knapp geworden wäre. Es drohte dann auch, dass sich Spieler aus der 2. Männermannschaft zurückgezogen hätten. Wir wollen aber nicht noch mehr Spieler verlieren insbesondere diejenigen, die über viele Jahre gerade das Gerüst der 2. Männermannschaft gestellt haben.

Nun gilt es, voraus zu schauen und eine gewisse Aufbruchstimmung zu erzeugen sowie den Zusammenhalt zu stärken. Denn nur wir alle gemeinsam können diese Situation in den nächsten Jahren zum Positiven ändern. Wir wollen die Chance nutzen, mit allen Spielern der 2. Männermannschaft verstärkt durch die verbleibenden Spieler aus unserer ehemaligen 1. Männermannschaft und nachrückenden Talenten aus dem Nachwuchs eine gute Saison in der Kreisliga zu spielen. Wir hoffen, dass es dann nächstes Jahr gelingt, eine Mannschaft für die Kreisoberliga zu stellen.

 

Burg im Juli 2018

Ein Kommentar

  • Uwe Kretzschmar

    Hallo, ich habe grade den Kommentar gelesen, warum es nur noch eine Mannschaft in Burg gibt. Das Phänomen ist tatsächlich gesellschaftlich begründet, macht traurig, ist aber nicht aufzuhalten. Das irgendwann Geld im Dorffußball doch Tore schießt macht betroffen, ist aber nicht aufzuhalten. Bin hier als Urlauber und werde mir heute das Spiel gg. Spremberg ansehen. Den Artikel fand Ich äußerst ehrlich und engagiert. Kein verbogener Entschuldigungskram, wenigstens das sollte uns bleiben!

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